
Wenn es darum geht, eine anspruchsvolle Karriere und die Familiengründung unter einen Hut zu bringen, hält sich hartnäckig das absurde Vorurteil, dass Frauen beides nicht vereinbaren können. Obwohl sie im Laufe ihrer Karriere auf Widerstände und Gegenwind stieß, ist Nivedhitha („Nive“) Anand der lebende Beweis dafür, dass dieser Spagat gelingen kann.
Im Folgenden erzählt Nive, wie sie dazu kam, eine Karriere im Cloud-Engineering zu starten, wie sie ihre Prioritäten verwaltet und warum man in der Schule nicht unbedingt gut in Mathe oder Informatik sein muss, um in der Welt der Technologie erfolgreich zu sein.
Ich bin als Einzelkind in einem leistungsorientierten Umfeld aufgewachsen und habe es schon immer geliebt, Probleme zu lösen. Die Tech-Welt ist ideal für solche Menschen.
Während eines Praktikums habe ich von Frauen in der Technologiebranche erfahren, wie zum Beispiel Grace Hopper. Sie hat während des Zweiten Weltkriegs unglaubliche Beiträge zur Informatik geleistet, und ihre Geschichte hat mich wirklich dazu inspiriert, diesen Weg einzuschlagen.
Anfangs stellten Frauen die große Mehrheit der in der Informatik tätigen Personen. Doch im Laufe der Jahre begannen viele von ihnen zu glauben, dass dieser Bereich nichts für sie sei. In meinem Fall wurde ich aufgrund meines Geschlechts oft davon abgehalten, mich insbesondere auf Infrastruktur zu spezialisieren.
Infrastruktur ist das Fundament des Geschäftsbetriebs. Es geht um die Cloud, Netzwerke, Server, Datenbanken – alles, was Software und Anwendungen unterstützt. Es ist sehr anspruchsvoll, für die Zuverlässigkeit solch kritischer Systeme verantwortlich zu sein und zu wissen, dass Probleme sofort behoben werden müssen. Mir wurde oft gesagt, dass es unmöglich sei, all das zu bewältigen und gleichzeitig Mutter zu sein.
Frauen besitzen jedoch eine große natürliche Hartnäckigkeit. Wenn mir also gesagt wurde, dass ich etwas nicht könne, hat mich das nur noch mehr angespornt, es erst recht zu tun.
Manchmal fühle ich mich wie eine Kreuzfahrtdirektorin, da es ein ständiger Balanceakt zwischen verschiedenen Prioritäten ist. Ich muss darauf achten, meine Prioritäten zu verwalten und gleichzeitig ein positives und kollaboratives Umfeld zu schaffen.
Mein Mantra war schon immer: „Kenne deine Schwächen und gib zu, wenn du Hilfe brauchst.“ Man muss keine Angst davor haben, um Hilfe zu bitten. Das hilft mir nicht nur, meine Leute zu mobilisieren, wenn ich selbst nicht verfügbar bin, sondern fördert auch das Gemeinschaftsgefühl in meinem Team.
Erstens: Betrachten Sie Ihren Business Case und denken Sie nicht nur an die unmittelbaren Probleme, die Sie lösen möchten, sondern auch daran, wie Ihre Lösung Ihr Unternehmen skalieren wird.
Zweitens: Wer von On-Premise in die Cloud wechselt, sollte seine Denkweise auf „Weniger ist (manchmal) mehr“ umstellen. Eine On-Premise-Mentalität bedeutet, dass man von Anfang an so gut wie alles geplant haben muss, aber die Cloud ist einfacher und flexibler. Wenn einige Ihrer geschäftlichen Anforderungen beispielsweise saisonabhängig sind, kann auch Ihre Infrastruktur je nach Saison schwanken. Sie können die Architektur nach Bedarf anpassen. Das ist das Schöne an der Cloud.
Dass die Technologiebranche nicht so verschlossen ist, wie viele vielleicht denken. Solange man gerne Probleme löst, kann man in der Tech-Welt erfolgreich sein. Es geht nicht nur um Hard Skills; es gibt eine Menge Soft Skills, die man einbringen kann.
Wenn Sie nicht gut in Mathe oder Programmierung sind, lassen Sie sich nicht einschüchtern – probieren Sie es einfach aus und finden Sie heraus, ob es etwas für Sie ist.
Die größte Belohnung für mich ist es, den Werdegang eines Menschen positiv mitgestalten zu können und dann zu sehen, wie sich seine Karriere entwickelt. Die Unterstützung von Frauen in der Tech-Branche war der Grund, warum ich selbst in diesen Bereich gekommen bin. Deshalb ist es mir wichtig, diese Unterstützung an die nächste Generation weiterzugeben.
Seien Sie sich bewusst, dass Sie dazugehören. Egal, wie Ihre Persönlichkeit oder Ihre Fähigkeiten aussehen – in der Tech-Welt gibt es auch für Sie den richtigen Platz. Diese Branche braucht dringend gute weibliche Führungskräfte, was bedeutet, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, wirklich etwas zu bewegen.
Suchen Sie sich außerdem Mentoren, die Sie unter ihre Fittiche nehmen. Ich bin heute dort, wo ich bin, weil jemand an mich geglaubt hat. Wenn Sie motiviert sind, sind Ihnen keine Grenzen gesetzt.
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Wenn Nives Werdegang in der Tech-Branche ein Indikator ist, dann der, dass für Frauen in der Technologiebranche alles möglich ist, wenn sie lernen, für sich selbst einzutreten und die richtigen Chancen sowie Mentoren zu finden, um ihren eigenen Weg zu ebnen.
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